Mein persönlicher Marathon

Brüten ist eine diffizile Sache, für die eine Ente viel Erfahrung braucht. Die Eier müssen genau die richtige Temperatur und Luftfeuchtigkeit haben. Sonst können meine Küken nicht wachsen und gedeihen. Wenn es zu kalt ist, können sich in den Eiern Eiskristalle bilden, was natürlich gar nicht gut ist für die Entwicklung.

Offiziell ist zwar schon Frühling. In der Nacht merkt man das aber nicht unbedingt. In den letzten Nächten ist die Temperatur regelmässig unter Null gesunken. Deshalb habe ich beschlossen, länger als üblich zu Brüten und nicht jede Nacht für 1-2 Stunden an den See zu fliegen.

Meine persönliche Marathon-Zeit im Brüten, die ich soeben aufgestellt habe:

70 Stunden, 3 Minuten und 35 Sekunden

Ich bin über 70 Stunden in meinem Nest geblieben, um meine Eier warm zu halten und meinen Kleinen einen optimalen Start ins Leben zu ermöglichen.

Für eine solche Marathon-Leistung brauche ich eigentlich keine Vorbereitung. Aber eine gute Unterstützung durch meine Gastgeber ist natürlich schon hilfreich. Zuerst haben sie zusätzlichen Peterli gepflanzt, weil sie wissen, dass ich gerne daran knabbere. Und dann haben sie mir regelmässig frisches Wasser gebracht. Auch wenn es kalt ist, gibt Brüten doch Durst. Das ist wie beim Hochleistungssport.

Der Marathon-Start: Hier ist noch alles im grünen Bereich
Ein Schluck Wasser zur Stärkung
Ich muss die Eier regelmässig drehen
Auch in der Nacht muss ich ein wachsames Auge auf meine Umgebung haben
Geschafft - und das im doppelten Sinn. Drücken Sie mir die Daumen, dass alles gut kommt für meine Küken.
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